Kalender

M T W T F S S
1
 
2
 
3
 
4
 
5
 
6
 
7
 
8
 
9
 
10
 
11
 
12
 
13
 
14
 
15
 
16
 
17
 
18
 
19
 
20
 
21
 
22
 
23
 
24
 
25
 
26
 
27
 
28
 
29
 
30
 
31
 
 
 
 
 

Homeinfopoint

Cumulus Tag Cloud

Essensbestellung

Aktuell

Megamemory

Franziska in New York

3
1
2

Ein Erlebnisbericht von Franziska

 

Es ist 23 Uhr. Wir stehen auf dem Besucherdeck des Empire State Buildings. In schwindelerregenden 364 m Höhe. Mit traumhaftem Blick auf die nächtliche Weltmetropole New York. Helle, rasterförmig angelegte Straßen ziehen sich durch die Insel Manhattan. Pulsierend und lebendig. Dazwischen ragen riesige Bürogebäude wie Leuchttürme in den Himmel. Allen voran: das neue World Trade Center.

Es ist angenehm frisch, fast kalt im Vergleich zu den 34 Grad die noch immer weit unter uns auf dem Boden, in Manhattan herrschen. Der Wind bläst unsere Haare kräftig hin und her. Nicht die optimalste Bedingung, um ein paar schöne Erinnerungsfotos zu schießen. Es ist Montag und damit leider auch schon unser letzter Tag in New York. Ein letzter Blick in die lichtdurchflutete Weite. Fast melancholisch, verträumt. Und als ich mich selbst dabei ertappe, wie mein Blick sehnsüchtig über die amerikanische Metropole unter mir schweift, wird mir klar, dass ich noch etwas mehr Zeit in New York verbringen möchte. In einer Stadt die Akzente setzt und Trends vorgibt. Das wird definitiv nicht meine letzte Reise nach New York sein.

Die Umstände waren perfekt. Als eine von insgesamt acht  Gewinnern der Reise in die USA, zahlte ich weder den Flug, noch die Unterkunft oder Verpflegung. Eine Reise nach New York praktisch für umsonst. Nicht ganz. Über 5000 Teilnehmer zweier Presse Kongresse für Nachwuchsjournalisten hatten im Vorfeld die Chance einen Text über den Kongress zu verfassen und diesen so oft wie möglich zu publizieren. Die acht, am häufigsten veröffentlichten und kreativsten Beiträge wurden schließlich von der veranstaltenden young leaders GmbH ausgewählt. Ich veröffentlichte meinen Beitrag über den Presse Kongress insgesamt 14 Mal auf verschiedenen Internetforen und in lokalen Tageszeitungen. Im Mai sollte die Reise unter der Leitung eines Profijournalisten der ARD schon starten. Ich konnte es kaum glauben, als ich Ende April die telefonische Zusage erhielt und war einfach überglücklich mit in die USA fliegen zu dürfen. Wann hat man schon einmal die Chance nach New York fliegen zu dürfen? Nicht einmal einen Monat später erfüllte sich dann mein Traum, als ich nach neun Stunden Flug zum ersten Mal einen Fuß auf amerikanischen Boden setzte.

Wir landeten um 17 Uhr amerikanischer Ortszeit.  Ein gelbes New Yorker Taxi brachte uns vom Flughafen durch den dichten Stadtverkehr direkt zu unserem Hotel mitten im Zentrum von Manhattan. Zunächst erkundeten wir die Umgebung: das schicke italienische Restaurantviertel von „Little Italy“ und die kleinen, günstigen Läden in Chinatown, die mich mit ihren exotischen Düften an meine Reise in die chinesische Stadt Shanghai erinnerten. Eine ruhige Gegend, mit zahlreichen Fußgängerzonen. Kulturell vielfältig. Sofort fielen mir die vielen kleinen Grünflächen auf, an die sich zumeist ein Basketballplatz anschloss. Nichts erinnerte hier an das klischeehafte Bild, was man von New York vermittelt bekommt. Keine Wolkenkratzer, kein Verkehrslärm. Gegrillte Insekten und Krabben auf einem schäbigen Rost neben altamerikanischen Backsteinbauten. Das ist auch New York.

Das Frühstück holten wir uns, wie fast jeder New Yorker bei Starbucks. Ein schneller Eiskaffee mit Sahne und dazu einen Schokoladenkecks auf den Weg. Zum ausführlichen Frühstücken scheint man in der pulsierenden Metropole keine Zeit zu haben. Ganz oben auf unserer Liste stand heute die Gedenkstätte des „Ground Zero“ an der sich bis zum elften September 2001 die beiden berühmten Tower des World Trade Centers befanden. Inzwischen wurde bereits ein neues, noch höheres World Trade Center errichtet, das an die beiden Türme, die New Yorks Skyline prägten, erinnern soll. Danach besichtigten wir das weltbekannte Börsenparkett der Wall Street. Zwei Journalisten des Nachrichtensenders ntv schilderten uns ihre journalistischen Laufbahnen, sowie die Vor- und Nachteile der Börsenberichterstattung. Auf dem Weg zum Central Park, durchquerten wir die 5th Avenue, die sich vom oberen Teil Manhattans, bis in den Süden der Insel zieht. Die berühmte Einkaufsstraße fällt nicht nur durch ihre zahlreichen teilweise völlig überteuerten Markengeschäfte wie Gucci oder Armani auf, sondern auch durch die außerordentliche Kombination verschiedener Architekturstile. Neben über 80 Meter hohe Stahl und Glasfassaden reihen sich gotische Kirchen, wie die St. Pattricks Kirche und das Metropolitian Museum of Art, welches an einen griechischen Tempel erinnert. Zum Mittag gab es schnell einen New Yorker Hotdog. Eine einfache Wurst in einem Brötchen mit Ketchup gegen das Knurren im Magen. Schließlich hatten wir noch viel vor. Die nächste Station: der Central Park. Ein Platz der Ruhe und Entspannung. Bei heißen 30 Grad im Schatten kühlten wir uns mit einer Zitronenlimonade ab. Einige New Yorker saßen auf den vielen schwarzen Findlingen, die den Park durchziehen und hörten Musik. Andere picknickten auf den weiten grünen Rasenflächen vor der traumhaften Skyline von Manhattan. An einer anderen Stelle trafen sich Jugendliche spontan zu einem Rollschuhwettbewerb und bewegten sich zu den Rhythmen einer Trommelgruppe, die den Takt angab. Natürlich sollte auch unser Abendessen, typisch amerikanisch, aus Fastfood bestehen. Und auch diesbezüglich sollte New York wieder einen neuen Trend vorgeben. Seit kurzem erfreut sich das kleine Burgerhaus „Shake Shack“ im Madison Square Park großer Beliebtheit. Das Erfolgskonzept: selbstgemachte Burger und Milchshakes im Grünen genießen, trifft die New Yorker Mentalität mitten ins Herz. Der Preis: Über 45 Minuten anstehen, für einen kleinen sechs-Dollar-Burger. Hier mag man es extravagant.

Um 20 Uhr erreichen wir den Times Square. Kaum hochzublickende Bürogebäude mit glänzenden Glasfassaden, gigantische Werbetafeln und ständig zirkulierende gelbe Taxis. Klischeehaft. Das typische Bild, was man sofort mit der Ostküstenmetropole New York verbindet. Die riesigen, grellen Reklametafeln erschlagen mich fast. Überall Werbungen, übereinandergestapelt. Tausende von bunten Lichtern spiegeln sich in den steilen, hohen Glasfassaden wieder. Dazwischen: Hunderte von Menschen, Touristen. Sie lassen sich ablichten mit den riesigen Werbebildern. Doch heute haben sie besonderes Glück. Am Ende der Straße versinkt die Sonne zwischen den hohen Glastürmen und spiegelt sich in ihnen wieder. Ein Anblick der die Stadt New York nicht besser beschreiben kann. Die Stadt der Gegensätze, die so jung und lebendig ist und so viele verschiedene Kulturen miteinander verbindet. Und vor allem niemals schläft. New York: Ich komme wieder!