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Gedenkstätte Mittelbau Dora 2016

Mittelbau Stollenklein
Mittelbau DEnkmalklein

Exkursion- Mittelbau Dora

Am 27.09.2016 besuchten die Geschichtsleistungskurse der elften und zwölften Klassen die Gedenkstätte des Konzentrationslagers „Mittelbau Dora“ bei Nordhausen. Damit wurde eine jahrelange Tradition fortgesetzt, die dankenswerterweise vom Förderverein unserer Schule unterstützt wird.

Um 9:45 Uhr fuhren wir gemeinsam mit unserem Kursleiter Herrn Benser und dem Kurs der elften Klassen von der Schule ab. Nach einer etwa eineinhalb stündigen Fahrt erreichten wir die Gedenkstätte.

Bereits einige Meter vor dem eigentlichen Eingang konnte man einen alten Güterwaggon sehen, in welchem die Häftlinge zu NS Zeiten in das KZ deportiert wurden.

Nachdem wir uns in der Eingangshalle des Dokumentationszentrums eingefunden hatten, teilten sich die beiden Kurse auf. Der Kurs von Herrn Schießl begann die Führung im Kinosaal und schaute sich zunächst den Dokumentationsfilm über das Konzentrationslager an.

Unser Kurs begann die Führung mit einem kleinen Workshop: in diesem lernten wir einiges über den Alltag im Lager sowie die Menschen, welche die Strapazen der Haft überlebt hatten. Hierfür gingen wir mit unserer Betreuerin Marianne, einer freien Mitarbeiterin der Gedenkstätte, in einen ausgebauten  Seminarraum in einer alten Baracke. Mit ihr besprachen wir zunächst unsere Erfahrungen, die wir bereits zum Thema Holocaust und NS- Regime gemacht hatten. So sprachen wir über unseren Besuch des Konzentrationslagers Buchenwald, in der neunten Klasse oder Bücher, welche wir gelesen hatten. Danach bekamen wir von Marianne Biografien von Überlebenden ausgehändigt, die wir kurz vorstellen sollten. Dies war sehr interessant, denn so bekamen diese Menschen für uns ein Gesicht und das Thema wurde für uns greifbarer.

Nach dem Workshop zeigte unsere Betreuerin uns den Appellplatz und erzählte uns, dass viele Häftlinge auch während der langen und anstrengenden Appelle verstarben. Denn diese konnten mehrere Stunden dauern und wurden bei Wind und Wetter abgehalten.  Währenddessen besuchte der andere Kurs die Stollenanlagen und konnte einen kurzen Einblick in die Dauerausstellung der Gedenkstätte erlangen. Die Schüler berichteten, dass sie sehr betroffen waren und dennoch auch einen gewissen Respekt gegenüber der Größe des Stollens hatten.

Nachdem wir den Appellplatz besichtigt hatten, gingen wir zum Krematorium und dem Mahnmal. Hier konnte jeder für sich einige Minuten in Ruhe gedenken und eigene Eindrücke sammeln. Es gibt hier drei Gedenktafeln, zum einen für alle Bevölkerungsgruppen, welche während der Zeit des Nationalsozialismus ihr Leben ließen. Zum anderen eine Tafel für Sinti und Roma sowie für Juden. Hier können Angehörige, Besucher oder Opferverbände gedenken und trauern.

Das Krematorium und das Mahnmal befinden sich auf einem kleinen Hügel, mitten im Wald. Früher wurde hier die Asche der verbrannten Leichen „entsorgt“. Heute erinnern aufgeschüttete Steine an dieses Massengrab, welches die Ruhestätte für mehr als 3000 Todesopfer darstellt.

Darum kann man Kerzen oder Sprüche zwischen den Steinen finden, die den Opfern gedenken sollen.

Nun besichtigten wir das Krematorium, den Ort an dem die vielen Leichen verbrannt wurden. Marianne erzählte uns, dass hierfür Häftlinge eingesetzt wurden, welche einen Schlafraum im Haus des Krematoriums hatten. Der Grund hierfür war, dass die SS vermeiden wollte, dass die anderen Häftlinge Fragen zu den Toten stellen konnten.

Auch das Krematorium besichtigte jeder von uns ganz für sich und in Stille, denn wir wollten den Toten eine letzte Ehre erweisen und der Anblick dieses Ortes erschütterte uns alle sehr.

Danach sollte uns ein Film über die Befreiung des Konzentrationslagers gezeigt werden. Hierfür gingen wir gemeinsam wieder zurück  zum Dokumentationszentrum und man bemerkte, dass unsere Gruppe nun stiller und bedenklicher war, denn das Ausmaß der Untaten der SS beschäftigten jeden von uns sehr.

Der Film wurde von amerikanischen Soldaten während der Befreiung gedreht. Auch wenn dieser ohne Tonaufnahmen war, sprachen die Bilder für sich. Man sah die abgemagerten Menschen und Leichen. Besonders bewegend war es zu sehen, wie dankbar die Überlebenden den Amerikanern Häftlinge zurück gelassen, die bereits halbtot waren. Alle anderen wurden auf die Todesmärsche in andere Konzentrationslager, wie Bergen-Belsen, Sachsenhausen, oder  in das Konzentrationslager Ravensbrückgeschickt.  Auf diesen Todesmärschen starben ebenfalls viele Häftlinge an Überanstrengung oder durch die Schläge und Misshandlungen der SS.

Im Anschluss folgte die halbstündige Mittagspause in der Cafeteria der Gedenkstätte.

Danach teilten sich die Gruppen wieder auf. Der Kurs der elften Klassen besichtigte nun das Krematorium. Die Schüler machten dieselben Erfahrungen wie wir. Sie waren alle sehr erschüttert und betroffen von den Schicksalen der Menschen. Währenddessen begaben wir uns in die Stollenanlagen, im Kohnstein. Hier wurde die sogenannten waren, denn viele hatten die Hoffnung zu diesem Zeitpunkt bereits verloren. Jedoch kam für viele Menschen die Hilfe zu spät, denn die SS hatte überwiegend je „Wunderwaffe“ Hitlers, die V1 und V2, eine Langstreckenrakete produziert, welche doch noch den deutschen „Endsieg“ bringen sollte. Für viele war diese Besichtigung sehr beklemmend, denn im Berg ist es sehr kalt und dunkel, außerdem herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die Durchschnittstemperatur im Stollen beträgt ganzjährig gerade einmal acht bis neun Grad. Zunächst zeigte uns Marianne einen Lageplan aus einzelnen Röhren, welche den Stollen darstellen sollen. Unsere Betreuerin schilderte den Tagesablauf der Häftlinge, welche in den Anfangsmonaten, des Konzentrationslagers hier unter schrecklichen Bedingungen leben und arbeiten mussten. Später wurden Baracken im Außenbereich errichtet. Die Lebenserwartung betrug etwa acht bis zwölf Wochen. Die hygienischen Umstände waren katastrophal, so lebten etwa 2000 Menschen in einer Röhre des Bergwerkes, es gab keine sanitären Anlagen und nicht genügend Nahrung oder Wasser. Durch die schlechten Bedingungen wurden viele Häftlinge krank und starben.

Wir konnten von der gesamten Stollenanlage lediglich drei Prozent besichtigen, dennoch kam uns dieser Weg und die Zeit, welche wir im Berg verbrachten, ziemlich lang vor. Uns alle berührte die Situation sehr und die Vorstellung, unter welchen Bedingungen die Menschen hier untergebracht waren, machte uns sehr betroffen.

Nach etwa 20 Minuten verließen wir die Anlage wieder und danach war die Führung offiziell beendet. Wir  möchten uns  bei Marianne für die sehr interessante und ausführliche Führung bedanken.

Danach konnten wir noch die Dauerausstellung besichtigen.

Zum Abschluss begaben sich beide Kurse noch einmal gemeinsam zum Krematorium, um eine kleine Gedenkfeier abzuhalten. Hierbei zitierte Ronja Hähnlein aus dem Kurs 17/3 ein Gedicht von Nelly Sachs mit dem Titel „Wir Geretteten“. Abschließend legten wir noch ein kleines Blumengesteck nieder und hielten eine Schweigeminute für alle Opfer des NS-Regimes und der Shoa ab.

Für jeden von uns war der Besuch in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers „Mittelbau Dora“ sehr lehrreich und bewegend. Wir alle waren uns einig, dass diese Exkursionen sehr wichtig für Schüler sind, um zu begreifen, wie schlimm die Taten der Nazis waren und das solche Dinge nie wieder geschehen dürfen.

 

 Sophie Erdmann 17/3

 Janne Negelen 18/2