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Abiturzeugnisse 2017

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Abiturrede 2017 der Abiturienten

Jeff Galloway, ein ehemaliger Langstreckenläufer und Lauftrainer hat einmal gesagt:

„Der Marathon ist ein Wettstreit zwischen deinem Willen und deinen Möglichkeiten.“

Kommt uns das nicht bekannt vor? –  Wettstreit zwischen Willen und Möglichkeiten?

Das kennen wir doch aus den Schuljahren, die hinter uns liegen sehr gut  –  das muss ein Marathon gewesen sein.

Und wir, sehr geehrter Herr Dr. Wagner, liebe Lehrer, liebe Eltern, liebe Mitschüler und liebe Gäste, sind heute hier, um den Zieleinlauf dieses Marathons zu feiern. Wir sind acht Jahre an dieser Schule durchgelaufen, haben uns manchmal ganz schön gequält und bekommen heute das Ergebnis über die schulische Marathondistanz – das Abitur, stolz darauf, es endlich geschafft zu haben.

Der Startschuss für diesen Marathon fiel vor acht Jahren als wir zum ersten Mal als Schüler das Ernestinum betraten. Genau genommen begann alles zwar schon etwas früher, während unserer Erwärmung in der Grundschule. Aber ausgerüstet mit dem, was wir in der Grundschule gelernt hatten, gingen wir dann an den Start dieses Marathons. Einerseits mit dem Gefühl der Aufregung, da wir nicht wussten, ob wir diesen Lauf durchhalten. Aber ebenso mit dem Gefühl der Vorfreude und des Stolzes, da wir ja nun in der fünften Klasse waren und so eigentlich schon zu den Großen, echten Sportlern, gehörten.

Nachdem dann der Startschuss gefallen war kamen die ersten, für die meisten von uns noch sehr angenehmen Kilometer dieses Rennens. Aber diese Leichtigkeit war nicht von langer Dauer. Recht schnell merkten wir, dass wir für diesen Lauf etwas mehr Puste brauchen als für die Erwärmung an der Grundschule.

Außerdem war das kein Stadtmarathon auf vorwiegend ebenen Strecken, das war eher ein Marathon am Rennsteig. Und so mussten wir doch einige Berge erklimmen und jeder Kilometer, den wir zurücklegten, wurde schwerer und forderte uns neu heraus.

Manchmal war es einfach nur extrem anstrengend. Gerade dann wenn wir uns vor Hausaufgaben nicht mehr retten konnten und alle Lehrer gleichzeitig merkten, dass sie doch noch eine Note bräuchten und innerhalb von zwei Wochen jeder Lehrer noch einen Test schrieb. Zeiten wie diese kosteten uns viel Kraft und waren nicht immer von Erfolg gekrönt. Manch einer hat da sicherlich auch mal ans Aufgeben gedacht, manch einer ist zwischendurch mal eine kleine Strecke „gegangen“ und einige haben diesen Marathon leider auch nicht beendet und sind tatsächlich ausgestiegen.

Doch nach solchen „Berg-auf-Strecken“ ging es zwischendurch auch bergab. Und so gab es auch in unserer Schulzeit die entspannten Strecken.

An erster Stelle natürlich die Ferien, in denen wir uns erholen konnten. Für regelmäßige Erfrischung sorgten die Wochenenden, das waren sozusagen unsere Getränkestände an der Wegstrecke.

Aber auch in der Schulzeit gab es diese Tage, wo der Unterricht lockerer war als sonst, Zeiten, in denen es auch einfach mal gut lief oder wo Physik tatsächlich sexy war. 

Ganz besonders angenehme „Berg-ab-Strecken“ waren unsere Klassenfahrten. Ob nun Kennenlernfahrt, Skilager, die Englandfahrt, Abschlussfahrt in der 10. oder die Exkursion nach Dresden. Wir werden sie sicherlich in sehr guter Erinnerung behalten.

Doch am Ende unseres Schulmarathons, nachdem wir schon etwa 40 km zurückgelegt hatten und das Ziel eigentlich schon in Sicht war, mussten wir es dann über den höchsten Berg schaffen: Das Abitur.

Die Seminarfacharbeit und die Prüfungen waren für uns alle ein sehr schweres Stück der Strecke. Der Wettstreit zwischen Willen und Möglichkeiten trat noch einmal in vollem Umfang zu Tage. Umso stolzer sind wir nun, dass wir im Ziel angekommen sind.

Aber alleine hätten wir diesen Marathon niemals geschafft. Nur mit zahlreichen Unterstützern war dies möglich.

Deshalb möchten wir als Abiturjahrgang 2017 am Schluss noch Danke sagen.

Danke an Alle, die uns in diesen Jahren auf jedem Kilometer unterstützt haben.

Danke Herr Dr. Wagner, dass Sie es als Schulleiter oder sozusagen als Veranstalter dieses Marathons, möglich gemacht haben, dass wir dieses Rennen absolvieren.

Sie haben als Veranstalter stets die Fäden in der Hand gehabt und für einen reibungslosen Ablauf gesorgt.

Danke an alle Lehrer, die uns als Trainer zur Seite standen, uns vom Streckenrand zugerufen haben, was wir besser machen können und wie wir uns unsere Kräfte einteilen müssen. Ganz besonders danken wir hier natürlich unseren Individualtrainern – unseren Klassen- und Kursleitern  Frau Lundershausen, Frau Rosenbusch, Herr Benser und Herr Dr. Prömmel.  Aber natürlich danken wir auch allen anderen Lehrern, die uns in unserer Schullaufbahn begleitet und „trainiert“ haben, uns bändigen mussten, unsere pubertären Nullbocklaunen ertragen mussten und  uns manchmal auch gegen unseren Willen etwas beibringen mussten.

Danke an unsere Hauptsponsoren für dieses Rennen, unsere Eltern, die uns immer bedingungslos unterstützt haben, manchen Kampf für uns ausgefochten haben, uns bei schulischen Aufgaben und Aktionen unterstützt haben und unsere Gemütsschwankungen geduldig ertragen haben.

Danke an alle anderen Zuschauer, die an der Strecke standen, uns zugejubelt und angefeuert haben. Ob nun Bekannte oder Verwandte, auch euch gilt unser Dank.

Nicht zuletzt danken wir dem Förderverein der Schule. Manche Aktion unserer Kurse wurde tatkräftig und finanziell unterstützt und so erst möglich. Danke dafür.

Danke an alle, die uns in diesen Jahren unterstützt und motiviert haben. Wie schon gesagt, ohne Sie, ohne euch wären wir heute nicht hier im Ziel angekommen.

Wenn wir jetzt am Ziel zurückschauen auf den Marathon, die acht Jahre, die hinter uns liegen, so tun wir das mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Das weinende, weil wir eine Zeit hatten, die viele schöne Momente für uns bereithielt. Es war eine Phase mit viel Freizeit und auch Freiheiten.

Vor allem aber sind in den Jahren die Klassen sehr eng zusammengewachsen. Schon früh bildeten sich aus dem breiten Läuferfeld verschiedene Läufergruppen heraus. Aus Mitschülern wurden Freunde, mit denen man die Schulzeit erlebte, genoss oder auch zusammen litt. Wir sind einfach viele Kilometer zusammengelaufen, das hat echt gut getan. Natürlich gab es auch Konflikte und Reibereien, aber trotzdem war die Stimmung in unserer Kursstufe immer entspannt und angenehm.

Das Lachende Auge natürlich, weil wir ein großen Schritt – oder auch viele kleine? – gemacht haben. Wir haben unseren Marathon erfolgreich beendet und  halten stolz unsere Urkunde, das Abiturzeugnis, in der Hand. Manch einer mag sich ärgern, weil er an dieser oder jener Stelle gern noch ein paar Punkte mehr gehabt hätte.

Aber in erster Linie zählt, dass wir es geschafft haben, dass wir nicht aufgegeben und bis zum Schluss durchgezogen haben.

Heute sollte sich einfach jeder freuen, dass er die Ziellinie überquert hat und diesen Tag genießen!

Wir alle wissen: der älteste Vorläufer unserer Schule ist eine Lateinschule gewesen. Deshalb möchte ich es auf keinen Fall versäumen, wenigstens mit teilweise lateinischen Worten zu enden:          

                                             Gaudeamus igitur, denn wir haben's Abitur.

 

Anton Kelbert , im Namen aller Abiturienten